Archiv der Kategorie: politik

Nur 6% für Doppel-Nein??

Ich bin so schockiert, dass ich das ganze gar nicht gross kommentieren kann. Dank einem Hinweis von Urs Lee auf die Analyse der Zürcher Gemeinderesultate der Abstimmungen vom 28.11.2010 von Peter Moser (hier einsehbar) weiss ich jetzt, dass nur 6% der Leute*  nicht den Eindruck hatten, dass sie sich zwischen Scheisse und Kacke entscheiden müssen, sondern sowohl zu Scheisse als auch Kacke nein sagten. Dabei stinken beide braunen Haufen.

Lesehilfe: Ungefähr 4% der Urnengänger legten bei der Ausschaffungsvorlage ein „Doppelja“ ein, rund 43% lehnten die Initiative ab und akzeptierten gleichzeitig den Gegenvorschlag. Zu beachten ist, dass es sich um statistische Schätzwerte handelt. Das 95%-Vertrauensintervall beträgt jeweils etwa +-2.5 Prozentpunkte.

Grafik und Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich.

Nicht mal ich kann da optimistisch bleiben.

* im Kanton Zürich jedenfalls, wird aber wohl auch anderswo so gewesen sein.

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Trotz ja zur Ausschaffungsinitiative: die Richtung stimmt

Ja, ich bin wütend. Weil viel zu viele Menschen ein Jahr nach dem Minarett-Debakel offenbar noch immer ein Recht wählen, das Menschen in der Schweiz diskriminiert.

Aber ich bin auch froh, dass es dieses mal eine deutlich kleinere Mehrheit war. Und dass sich spürbar mehr Wähler für eine Politik entschieden haben, die Recht nicht von der Staats- oder Religionsangehörigkeit abhängig macht. Für das Verbot der Minarette fand sich vor einem Jahr eine Mehrheit von 57.5, heute waren es nur noch 52.9%, die sich für Diskriminierung entschieden. Auch die absoluten Zahlen stimmen mich zuversichtlich.

Bild selbstgebastelt, Zahlen von der Bundeskanzlei.

Ich bin dankbar, dass sich so viele Menschen hartnäckig gegen die Initiative engagiert haben (hier, hier, hier und hier, um nur ein paar Beispiele zu nennen). Es hat sich gelohnt. Für mich, weil ich mich nicht ganz so hilflos wie vor einem Jahr fühle. Und weil der Trend klar in die richtige Richtung geht.

Natürlich finde ich das Resultat beschissen. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Mehrheit weiter schrumpft und sich irgendwann überhaupt keine mehr findet für solche Scheisse.

p.s. Und ich bin froh, dass es der Gegenentwurf nicht geschafft hat, weil wenn das Parlament anfängt unter dem Druck der SVP solchen Mist durchzukriegen, wird es hierzulande noch deutlich ungemütlicher.

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Grüezi

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Arkadaş stimm zwei mol nai, nai!

Weil der Urs Lee das seit Tagen vor sich her singt; und weils wahrscheinlich mein Lieblings – Nai, Nai – Lied ist. Und weil ich noch nicht aufgegeben habe.

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BloZ: Blocher und die Basler Zeitung

Der Artikel von Lukas Häuptli in der gestrigen NZZ am Sonntag ist in aller Munde bzw. in allen Blogs (klar, bei infamy, aber auch hier, hier oder hier): Dr. Christoph Blocher soll der Basler Zeitung zu schwarzen Zahlen verhelfen, so jedenfalls lautet der Auftrag an seine Beratungsfirma Robinvest. Ob Dr. Blocher auch Einfluss auf die politische und publizistische Ausrichtung der Zeitung hat bzw. haben wird, lasse sich nicht abschliessend beantworten, schreibt Lukas Häuptli vorsichtig. Dass er das tun wird bzw. bereits tut, bezweifelt wohl aber niemand ernsthaft, schliesslich ist er ja in erster Linie Politiker und nicht Medienexperte.

Ich bin jedenfalls gespant, welcher Medienwissenschafter sich diese Fallstudie als erster unter den Nagel reisen wird. Für all die Hobby-Medienforscher unter uns eine kleine Skizze als Inspiration für das Forschungsdesign.

Quelle: Brettschneider, Frank (2002): Wahlen in der Mediengesellschaft. Der Einfluss der Massenmedien auf die Parteipräferenz, in: U. von Alemann und S. Marschall (Hrsg.), Parteien in der Mediendemokratie, Wiesbaden, S. 59.

 

Und weil es so gruselig ist, noch das hier:

Quelle: Blochers Webseite.

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Kriminelle Schweizer ausschaffen: in ihren Heimatort!

Wohin man kriminelle Ausländer ausschaffen kann, ist ja eigentlich klar: ins Ausland, also ihre Heimat. Nur was man mit den kriminellen Schweizern tun soll, darüber zerbrechen wir uns noch die Köpfe (zum Beispiel der Titus hier).

Dabei liegt die Antwort auf der Hand: in ihre Heimat, also ihren Heimatort. Klar, viele waren noch nie da, oder vielleicht irgendwann mal als Kinder, weil die Eltern es eine originelle Idee fanden, mal nach Volketswil oder Wolfenschiessen zu fahren, nur um dann feststellen zu müssen, dass der eigene Heimatort total öde ist und nachträglich vollstes Verständnis für ihre Vorfahren zu haben, die die Gegend verlassen haben. Aber öde hin oder her, man sollte all die kriminellen Schweizer einfach in ihren Heimatort ausschaffen, dann wäre das Problem gelöst. Sollen doch die randalierenden Jugendlichen, die Hallau unsicher machen, samt ihren Familien wieder zurück nach Obsterstocken! Wer für ein sicheres Hallau ist, kann nicht gegen die Ausschaffung nach Oberstocken sein!

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit den üblichen Ausreden

„Aber die waren doch noch nie in Oberstocken“

„Das sind doch nur Jugendliche, warum sollte man sie aus Hallau verbannen, wo sie abgesehen von ein bisschen Randalieren total gut integriert sind?“

„Was sollen sie alleine in Oberstocken? Oder soll etwa die ganze Familie aus ihrem soziale Kontext gerissen werden?“

Ja, das hätten sie sich vorher überlegen sollen! Wer sich nichts zu schulden kommen lässt, der muss weder nach ObsterstockenVolketswil noch Wolfenschiessen, es geht nur um die kriminellen Schweizer. Und kommt mir auch nicht mit so Argumenten wie „Volketswil kann doch gar nichts dafür, wenn die Hallauer die Jugendlichen zu dem gemacht haben, was sie sind“. Wer Volketswiler ist, der hat sowas halt eben im Blut, sollen die sich da um ihre Brut kümmern.

Wenn wir wollen, dass die Angst vor einer Ausschaffung für Ruhe und Ordnung sorgt, dann müssen wir konsequent sein.

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Heutige Jugend & Ausschaffungsinitiative

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