Archiv der Kategorie: öffentlicher raum

Das stille Wasser mitten im Erdbeben

Nein, ich will hier nicht bestreiten, dass in Japan ein verheerendes Erdbeben und ein Monstertsunami Schäden verursacht haben, die die Menschen dort (und hier) vielleicht noch Jahrhunderte beschäftigen werden. Aber gestern, als ich das untenstehende Video sah, war ich schon etwas überrascht.

Ab Minute 1:50 ist rechts unten im Bild immer wieder ein Wasserglas zu sehen. Obwohl die wackelnde Kamera suggeriert, dass wir gerade „live“ ein weiteres Beben miterleben, bewegt sich das Wasser in dem Glas kein Bisschen.

Wenn da einer mit Kamera-Wackeln Sensationsbilder machen wollte, ohne den Fuss vor die Türe setzen zu müssen, ist das schon ziemlich geschmacklos.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter öffentlicher raum, gerechtigkeit, medien

Katar, Probleme und Ausländer

Der Blick hat sich die Mühe gemacht, ein paar Probleme zusammen zu tragen, die bei der WM 2020 in Katar auf „uns“ zukommen:

Alkohol

Obwohl der Blick beton, Katar sei was Alkoholkonsum angeht toleranter als andere islamische Länder, macht man sich Sorgen, dass sich die Fans vor Ort nicht wie gewohnt die Birne volllaufen lassen werden können.

Homosexualität

Weiter wird betont, dass auch Homosexuelle in Katar ein Tabu sind – als ob es in der Schweiz für Schwule eine gute Idee wäre, in einer Fanmeile zu knutschen.

Prostitution

„Prostitution ist kaum vorhanden“, klagt der Blick über Katar. Als ob es ein Menschenrecht wäre, während einer WM eine Frau kaufen zu können.

Sexy Frauen

„Vor allem von Frauen wird dezente Kleidung erwartet. Sexy Fans auf den Tribünen wie bei vergangenen Weltmeisterschaften werden kaum toleriert werden“ fürchtet der Blick. So ein Mist auch, was soll man dann wochenlang berichten von der WM, wenn man nicht Fotos von barbusigen Ladies daneben stellen kann?

Drogen

„Was sich Fussballfreunde ebenfalls merken sollten – und was auch für die WM kaum lockerer gehandhabt wird: Der Konsum und der Handel mit Drogen werden schon bei geringsten Mengen mit langjährigen Gefängnisstrafen bis 30 Jahren bestraft“, schreibt der Blick. Wenn Ausländer in der Schweiz mit Drogen handeln, soll man sie also ausschaffen, wenn Schweizer „Fussballfans“ das in Katar nicht dürfen, soll das hingegen ein Problem sein?

Das sieht so aus, als ob für eine gelungene WM vor allem Alkohol, Drogen, Prostituierte und sexy Ladies nötige wären. Von einem Aufruf, die Landesgesetze zu respektieren, wie man das (nicht nur) im Blick „unseren Ausländern“ ständig zuruft, ist nichts zu spüren. Und ich will mir erst gar nicht die Schlagzeilen vorstellen, wenn eine Zeitung in Katar sich erlauben würde, das Burkaverbot zu kritisieren, wenn eine WM in Frankreich stattfinden würde…

Ein Kommentar

Eingeordnet unter öffentlicher raum, christentum, Feminismus, gender, gerechtigkeit, Islam, medien, Rassismus

Schönen Advent

Man könnte meinen, es sei schon Weihnachten, aber eigentlich ist heute erst der erste Advent. Ich wünsche euch allen eine schöne, möglichst stressfreie Zeit. Und vielleicht, mit etwas Glück, so einen schönen Moment wie den da unten:

3 Kommentare

Eingeordnet unter öffentlicher raum, christentum, Kunst, Spass

BloZ: Blocher und die Basler Zeitung

Der Artikel von Lukas Häuptli in der gestrigen NZZ am Sonntag ist in aller Munde bzw. in allen Blogs (klar, bei infamy, aber auch hier, hier oder hier): Dr. Christoph Blocher soll der Basler Zeitung zu schwarzen Zahlen verhelfen, so jedenfalls lautet der Auftrag an seine Beratungsfirma Robinvest. Ob Dr. Blocher auch Einfluss auf die politische und publizistische Ausrichtung der Zeitung hat bzw. haben wird, lasse sich nicht abschliessend beantworten, schreibt Lukas Häuptli vorsichtig. Dass er das tun wird bzw. bereits tut, bezweifelt wohl aber niemand ernsthaft, schliesslich ist er ja in erster Linie Politiker und nicht Medienexperte.

Ich bin jedenfalls gespant, welcher Medienwissenschafter sich diese Fallstudie als erster unter den Nagel reisen wird. Für all die Hobby-Medienforscher unter uns eine kleine Skizze als Inspiration für das Forschungsdesign.

Quelle: Brettschneider, Frank (2002): Wahlen in der Mediengesellschaft. Der Einfluss der Massenmedien auf die Parteipräferenz, in: U. von Alemann und S. Marschall (Hrsg.), Parteien in der Mediendemokratie, Wiesbaden, S. 59.

 

Und weil es so gruselig ist, noch das hier:

Quelle: Blochers Webseite.

4 Kommentare

Eingeordnet unter öffentlicher raum, bildung, medien, politik, wissenschaft

Fleissige Wikipedianer

Gestern habe ich wieder mal einen Wikipedia-Artikel angelegt; das schöne ist, man kann irgendwas hinschlampen, wenn man sich ärgert, dass es zu einem Thema bzw. einer Person keinen Artikel gibt, und ein paar Stunden später sieht alles schon ganz anders aus. Das haben wir unter anderem den Admins der Wikipedia zu verdanken, wobei ich mich schon frage, ob die noch irgendwas anderes tun im Leben als da rumzusurfen.

Administrator Kuebi zum Beispiel hat in den vergangenen zwei Jahren

  • 8003 Benutzer gesperrt. Dies sind im Durchschnitt 11 pro Tag
  • 12 912 Seiten gelöscht. Dies sind knapp 18 pro Tag
  • 1372 Seiten geschützt (knapp 2 pro Tag)
  • 164 Seiten aus anderssprachigen Wikipedias importiert (siehe hier)

Das beinhaltet, wie er betont, nicht seine Autorentätigkeit! Falls es die Wikipedia noch gibt, wenn ich dann mal pensioniert bin, will ich auch den ganzen Tag lang Einträge löschen, Seiten schützen und Leute wie mich sperren, die irgendwas hinschlampen im Vertrauen darauf, dass es jemand richten wird.

2 Kommentare

Eingeordnet unter öffentlicher raum, bildung, freizeit, kultur und truur, medien

Wirksam Kriminalität bekämpfen

Und zwar mit Drogen! Denn mehr Drogen führen offenbar zu weniger Gewalt, und wären die Drogen legal, könnte man noch mehr Jugendliche damit in sanfte Lämmer verwandeln. Ausserdem wäre die ganze Drogenkriminalität mit einem Schlag weg!


Quelle: BlickOnline

Aber anstatt nach mehr Drogen zu schreien, schimpfen die Leute lieber über Ausländer.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter öffentlicher raum

Gessler gegen Tell – 1:0

Dr. Gessler (!!!) hat das Aushängen eines weiteren Plakates, das zusammen mit dem obigen Tell hätte plakatiert werden sollen, verhindert. 1:0 für Gessler. Die APG weigert sich, das dritte Plakat der ursprünglich geplanten Serie auszuhängen. Tell und die Seinen sind nun 0:2 im Rückstand. Wenigstens hier darf der gute alte Terror-Tell noch ungestört eine Runde dribbeln.

Last but not least: Was für ein schönes Item in der Publikationsliste!

Dieter Gessler, Warum Juristen keine klaren Antworten liefern, in Justice – Justiz – Giustizia 2010/1

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter öffentlicher raum, bildung, gerechtigkeit, medien, politik