Archiv der Kategorie: medien

Das stille Wasser mitten im Erdbeben

Nein, ich will hier nicht bestreiten, dass in Japan ein verheerendes Erdbeben und ein Monstertsunami Schäden verursacht haben, die die Menschen dort (und hier) vielleicht noch Jahrhunderte beschäftigen werden. Aber gestern, als ich das untenstehende Video sah, war ich schon etwas überrascht.

Ab Minute 1:50 ist rechts unten im Bild immer wieder ein Wasserglas zu sehen. Obwohl die wackelnde Kamera suggeriert, dass wir gerade „live“ ein weiteres Beben miterleben, bewegt sich das Wasser in dem Glas kein Bisschen.

Wenn da einer mit Kamera-Wackeln Sensationsbilder machen wollte, ohne den Fuss vor die Türe setzen zu müssen, ist das schon ziemlich geschmacklos.

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Proudly introducing: The Book

Und ich Glückspilz habe gleich mehrere davon auf Weihnachten bekommen!

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Schauspielerpack

Ja, ich mach mich bei Gelegenheit auch gerne mal lustig über das Schauspielerpack und die Starallüren der lokalen Helden. Aber wenn jemand so was drauf hat, dann macht das alles wieder wett.

Und das sind nur zwei von 14 wunderschönen Videos bei der New York Times unter dem Titel „Fourteen Actors Acting„.

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Wenn Medien schlammpen

Wie häufig Zeitungen Berichte schreiben, bevor überhaupt was passiert ist, kann man natürlich nicht abschätzen, und wahrscheinlich fällt es meistens nicht auf. Ein Österreichisches Boulevardblatt hat nun aber dummerweise eine Geschichte nicht nur geschrieben, sondern auch gedruckt, obwohl dann alles ziemlich anders kam:

Unfall? Welcher Unfall? Die Boulevardzeitung „Österreich“ hielt „Wetten, dass..?“ für so vorhersehbar, dass sie den Bericht schon vor der Sendung fertig hatte: „So rockte Robbie Gottschalk“ stand auf der Titelseite – doch die Show wurde abgebrochen, bevor Take That hätten auftreten sollen.

Wien/Hamburg – „Gottschalk: Robbie holte Show aus dem Koma“ – so überschrieb die Wiener Tageszeitung „Österreich“ einen Artikel über den Auftritt von Take That bei „Wetten, dass..?“ am Samstag. Nur: Bekanntlich wurde die Show abgebrochen, nachdem ein Wettkandidat sich beim Versuch, mit Sprungfedern über fahrende Autos zu springen, schwer verletzte. Take That waren als Showhöhepunkt geplant, doch zu ihrem Auftritt kam es nicht mehr. Besonders makaber an der Titelzeile des Blattes: Der Kandidat Samuel K. wurde am Sonntag in ein künstliches Koma versetzt. Sein Zustand gilt als kritisch. Quelle: SpiegelOnline.

Wie hoch wohl da die Dunkelziffer ist?? Und könnte so was auch in der Schweiz passieren?

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Katar, Probleme und Ausländer

Der Blick hat sich die Mühe gemacht, ein paar Probleme zusammen zu tragen, die bei der WM 2020 in Katar auf „uns“ zukommen:

Alkohol

Obwohl der Blick beton, Katar sei was Alkoholkonsum angeht toleranter als andere islamische Länder, macht man sich Sorgen, dass sich die Fans vor Ort nicht wie gewohnt die Birne volllaufen lassen werden können.

Homosexualität

Weiter wird betont, dass auch Homosexuelle in Katar ein Tabu sind – als ob es in der Schweiz für Schwule eine gute Idee wäre, in einer Fanmeile zu knutschen.

Prostitution

„Prostitution ist kaum vorhanden“, klagt der Blick über Katar. Als ob es ein Menschenrecht wäre, während einer WM eine Frau kaufen zu können.

Sexy Frauen

„Vor allem von Frauen wird dezente Kleidung erwartet. Sexy Fans auf den Tribünen wie bei vergangenen Weltmeisterschaften werden kaum toleriert werden“ fürchtet der Blick. So ein Mist auch, was soll man dann wochenlang berichten von der WM, wenn man nicht Fotos von barbusigen Ladies daneben stellen kann?

Drogen

„Was sich Fussballfreunde ebenfalls merken sollten – und was auch für die WM kaum lockerer gehandhabt wird: Der Konsum und der Handel mit Drogen werden schon bei geringsten Mengen mit langjährigen Gefängnisstrafen bis 30 Jahren bestraft“, schreibt der Blick. Wenn Ausländer in der Schweiz mit Drogen handeln, soll man sie also ausschaffen, wenn Schweizer „Fussballfans“ das in Katar nicht dürfen, soll das hingegen ein Problem sein?

Das sieht so aus, als ob für eine gelungene WM vor allem Alkohol, Drogen, Prostituierte und sexy Ladies nötige wären. Von einem Aufruf, die Landesgesetze zu respektieren, wie man das (nicht nur) im Blick „unseren Ausländern“ ständig zuruft, ist nichts zu spüren. Und ich will mir erst gar nicht die Schlagzeilen vorstellen, wenn eine Zeitung in Katar sich erlauben würde, das Burkaverbot zu kritisieren, wenn eine WM in Frankreich stattfinden würde…

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Bildanalyse für Anfänger

Das Bild (zu einem Artikel über die grauenhafte Situation von Frauen in Tschetschenien von NZZonline):

Interpretation 1:

Widerlich, diese hinter den beiden Frauen hämisch hergrinsende Soldateska mit ihrer vermutlich demütigenden Witzsprüchen. Es zeigt sich auch hier wieder die männerdominante Fratze des Islams, der die Frau als lustdienendes Objekt oder dann als Gebärmaschine betrachtet. (Kommentar Hans Vögtlin)

Interpretation 2:

Ich sehe auf dem Bild zwei junge Frauen, händchenhaltend, dekorativ geschmückt, farbenfroh gekleidet, evtl. bei einem Einkaufsbummel. Im Hintergrund ein paar junge Soldaten oder Polizisten, die eine langweilige Wahlveranstaltung sichern müssen, freundlich in die offensichtlich vorhandene Kamera lächelnd oder auch den jungen Frauen Komplimente zurufend, wahrscheinlich weil sie in ihrem militärischen Zwangsalltag nur selten schöne Frauen zu sehen kriegen. (Kommentar Eugen Maus)

Interpretation 3:

Ihre Bildbeschreibung ist jedenfalls absurd: die beiden Mädchen sind zwar westlich gekleidet, man sieht aber sofort – trotz Unschärfe – dass sie extrem bedrückt sind, sich offensichtlich unwohl fühlen.
Es sind höchstwahrscheinlich Mädchen, die von Kadyrow und/oder seinen Truppen misbraucht werden. Daher sind sie zwar hübsch gekleidet, aber weder frei noch glücklich. Die Männer im Hintergrund lachen sie ganz klar hämisch an. Wahrscheinlich weil sie schon darauf zählen, sie später misbrauchen zu können. (Kommentar Stefan Metzeler)

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Schlechte Erfahrungen im Internet

„Zwölf Prozent der europäischen Kinder, die das Internet nutzen, machen online negative Erfahrungen.“

Das jedenfalls haben Wissenschaftler herausgefunden, wie hier berichtet wird (mehr zur Studie hier).

„Eltern sind sich häufig der Gefahren nicht bewusst und wissen nicht, was ihr Kind online tut: So behauptet etwa die Hälfte der Eltern jener Kinder, die bereits online gemobbt wurden, ihrem Kind wäre Derartiges noch nicht passiert.“ (auch von hier)

Als ob Eltern immer wüssten, was ihre Kinder so im realen Leben treiben, und als ob Eltern eine Ahnung davon hätten, wann ihr Kind jeweils gehänselt wird. Wenn man davon ausgeht, was ich jedenfalls tue, dass in der realen Welt 100% aller Kinder schlechte Erfahrungen machen, ist das ein extrem überraschendes, positives Ergebnis für das Internet.

Will man Kinder vor schlechten Erfahrungen schützen, schickt man sie wahrscheinlich lieber ins Internet als in die Schule.

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