Archiv der Kategorie: häusliches

Neues Leben, Tag 1

Es ist gar nicht so einfach, sich daran zu gewöhnen, dass man kein schlechtes Gewissen haben muss. Vielleicht sollte ich mich auch nicht allzu sehr daran gewöhnen, weil so wie ich mich kenne, werde ich bald wieder zahlreiche Gründe für das beklemmende Ziehen im Bauch haben. Aber heute gibt es keinen einzigen Grund dafür.

Ich habe eine Tasche voller Bücher in die Bibliothek zurück gebracht (ok, ich könnte mich schlecht fühlen, weil ich eines offenbar irgendwo verschluddert habe, aber bis Mitte Januar sollte ich es finden können, und bis dann habe ich die Leihfrist verlängert), ich war endlich auf der Bank und habe meinen Studi-Ausweis präsentiert (obwohl, dabei hätte ich ja auch ein schlechtes Gewissen entwickeln können, was ich aber nicht gemacht habe), ich war im Büro und habe sogar ein bisschen gearbeitet (und mich von meinem Lieblingschef zum Abendessen einladen lassen, was ich mir nicht wirklich verdient habe heute und auch nicht dadurch, dass ich in letzter Zeit nicht soo viel im Büro war und wenn doch, dann mit Dingen beschäftigt, die nicht unbedingt zu meinen Kernaufgaben gehören). Ich habe auch endlich meinem Nachbar das Paket gebracht, das eine gemeinsame Bekannte an mich geschickt hat, weil der Pöstler behauptet hat, mein Nachbar wohne nicht in diesem Haus, was er aber offensichtlich doch tut (ja, ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil das Paket wochenlang bei mir rumlag, aber jetzt hat er das Ding ja wieder).

Ich habe noch nicht die ganzen Unterlagen zu dem gebündelt, was sie ab heute sind: Altpapier. Aber das kann noch warten. Schliesslich muss ich ja am Tag 2 des neuen Lebens auch noch was zu tun haben.

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War da nicht mal ein Hirn?

Es gibt eine Brain Awareness Woche.

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Kein Respekt vor gar nichts

Jetzt beklage ich mich also schon wieder über meine Nachbarn. Denn irgendwelche Schwachköpfe aus dem dritten oder vierten Stock (die im fünften sind glaub nicht so) haben am Dienstag eine Flasche Bier im Treppenhaus fallen gelassen. Das ist ja schon an sich Scheisse, Bier sollte man mit Respekt behandeln. Die kleinen Mondkälber (sie haben wie Jungtiere gebölgt, das war ganz genau zu hören!) haben dann aber das Haus grölend verlassen, ohne die Sauerei zu putzen. Und das ist wiederum dem Abwart gegenüber ganz schön frech. Weil der hat die ganze Scherbensosse dann wegputzen müssen. Kein Respekt für Menschen, kein Respekt für Bier, die heutige Jugend ist wirklich schlimmer als alle bisher dagewesenen.

Warum ich das ganz ausgerechnet jetzt schreibe: ich hab mir grad vorgestellt, was passiert, wenn die kleinen Mondkälber bei diesem Wettbewerb 1’000 Flaschen Desperados gewinnen.

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Wie eine Simpsons-Folge entsteht

Die ziemlich düstere Vision Banksy’s werde ich Herr M. vorführen, wenn er das nächste mal die gelben Ungeheuerlichkeiten gucken will.

via einfach übel.

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Grausame Kinder und Fortpflanzungspolitik

Bei NZZonline sorgt im Moment die EVP-Nationalrätin Maja Ingold mit ihren Gedanken zu Regenbogenfamilien für eine wahre Kommentarflut. Mit reichlich abstrusen Konzepten wie der „männlich-weiblichen Doppelstruktur“ (ist das irgendwie die Gender-Doppelhelix?), die für die Förderung der Entwicklung von Kindern zentral sein soll, argumentiert Maja Ingold gegen das Recht auf Adoption für Homosexuelle.

In den zahlreichen Kommentaren wird immer wieder argumentiert, dass Regenbogenfamilien-Kinder in der Schule gehänselt werden könnten; was die Kinder dazu sagen, kann man beispielsweise hier nachlesen oder auch in dieser SF Dokumentation anschauen. Klingt nicht im geringsten so, als ob die Kinder Qualen gelitten hätten.

Das Hänsel-Argument greift aber sowieso nicht. Wollte man nämlich all jenen Menschen Kinder verbieten, deren Nachwuchs später vielleicht in der Schule gehänselt werden könnte, wären in der Schweiz auch nicht-weisse Menschen von dem Verbot betroffen. Und solche mit roten Haaren und natürlich auch all jene, die selber schon Brillenschlange gerufen wurden. Effizienter wäre es ohnehin nicht immer alle Hänseleien auf die „grausamen Kinder“ zu schieben, sondern zu hinterfragen, wo sie all die Grausamkeiten her haben. Vielleicht chatten die ja gar nicht den ganzen Tag über Tokyo Hotel sondern lesen heimlich Maja Ingolds Blog?

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Soundtrack zum neuen Leben

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Guter Geschmack

„Zu den wichtigsten latenten Funktionen der Werbung gehört es, Leute ohne Geschmack mit Geschmack zu versorgen.“ Luhmann, Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien, S. 89.

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