Fleischessen ist Imagesache

Ob es gute Gründe gibt, Fleisch zu essen, darüber denkt Iris Radisch in diesem Artikel bei ZeitOnline nach; und ja, der Artikel nennt einige gute Argumente dagegen, und ja, ich werde trotzdem weiter Fleisch essen.*

Die Kommentare zum Artikel sind – wer hätte es gedacht? – bisweilen haarsträubend, unübertroffen ist aber dieser nach eigenen Angaben tierliebe Kommentator:

Den Hauptgrund [für das Fleischessen] sehe ich jedoch an ganz anderer Stelle: Ich kann mich einfach nicht mit Vegetarieren identifizieren. Alle Vegetarier, die ich kenne sind „intellektuelle“ Frauen oder Metrosexuelle. Diese haben dann meistens etwas soziales oder „irgendwas mit Medien“ studiert und eine stark idealistisch-esoterische Weltanschauung, die jedem Rationalismus strotzt.

Wenn das Ansichten typischer Fleischesser sind, werde ich aus Imagegründen vielleicht doch damit aufhören.

* „Weil ich es gerne habe“; und ja, mir ist bewusst, dass das im Grunde ein bescheuertes Argument ist.

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6 Kommentare

Eingeordnet unter essen, medien

6 Antworten zu “Fleischessen ist Imagesache

  1. frau rhabarber schliesst sich ihrer vorrednerin an. und wird weiterhin fleisch essen weil sie unter anderem milchprodukte mag und lederschuhe tragen will. und weils einfach so schrecklich gut ist – dieser eine braten damals…

  2. Ich hatte den Artikel in der Printausgabe gelesen und war tatsächlich froh, keine Kommentare lesen zu müssen, weil ich mir schon dachte, dass es eh wieder mal nur um’s Rechthaben geht. Wie sich hier also herausstellt, ist die Realität noch viel schlimmer.

    Hanebüchene Argumentation des Kommentators. Schlimm genug, dass dieser Mensch nur dann eine Sache durchziehen kann, wenn er sich mit der (homogenen?) Gruppe derer identifiziert, die es ebenfalls ausüben. Wenn man das weiterspinnt, klingt das nicht nur lachhaft und rückgratlos, sondern sogar gefährlich…

  3. Pingback: Noch was zur Todesstrafe – und warum ich blogge « Ws Blog

  4. britta holden

    zugegeben, Philippe, ich tue auch sehr viele Dinge, die nicht vernünftig sind, zB. spät abends noch am Compi sitzen, wohl wissend, dass ich morgen dann hundemüde sein werde.
    Aber: wenn man eben ‚irgendwas mit Medien zu tun hat‘, also ein bisschen Zeitung liest, und der Welt nicht völlig gleichgültig gegenübersteht, da bleibt einem doch einfach das billige Steak im Hals stecken, weil man eben weiss, was es alles braucht und verbraucht, bis das bei mir auf dem Teller liegt. Fleischgenuss heisst für mich zB. frühmorgens ein Reh schiessen, dann das Wild aufbrechen und Herz, Leber und Nieren braten in der Jagdhütte! Mit Zwiebeln!

  5. britta holden

    Fleischesser-Paradox: zugegeben, Philippe, ich tue auch sehr viele Dinge, die nicht vernünftig sind, zB. spät abends noch am Compi sitzen, wohl wissend, dass ich morgen dann hundemüde sein werde.
    Aber: da ich eben ‚irgendwas mit Medien zu tun hat‘, also ein bisschen Zeitung lese, und der Welt nicht völlig gleichgültig gegenüberstehe, bleibt mir doch einfach das billige Steak im Hals stecken, weil ich eben weiss, was es alles braucht und verbraucht, bis das bei mir auf dem Teller liegt, und dieses Wissen kann ich unmöglich abschalten oder verdrängen. Fleischgenuss heisst für mich zB. frühmorgens ein Reh schiessen, mich bei ihm bedanken, dann das Wild aufbrechen und zum Frühstück Herz, Leber und Nieren braten in der Jagdhütte! Mit Zwiebeln!

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