Grausame Kinder und Fortpflanzungspolitik

Bei NZZonline sorgt im Moment die EVP-Nationalrätin Maja Ingold mit ihren Gedanken zu Regenbogenfamilien für eine wahre Kommentarflut. Mit reichlich abstrusen Konzepten wie der „männlich-weiblichen Doppelstruktur“ (ist das irgendwie die Gender-Doppelhelix?), die für die Förderung der Entwicklung von Kindern zentral sein soll, argumentiert Maja Ingold gegen das Recht auf Adoption für Homosexuelle.

In den zahlreichen Kommentaren wird immer wieder argumentiert, dass Regenbogenfamilien-Kinder in der Schule gehänselt werden könnten; was die Kinder dazu sagen, kann man beispielsweise hier nachlesen oder auch in dieser SF Dokumentation anschauen. Klingt nicht im geringsten so, als ob die Kinder Qualen gelitten hätten.

Das Hänsel-Argument greift aber sowieso nicht. Wollte man nämlich all jenen Menschen Kinder verbieten, deren Nachwuchs später vielleicht in der Schule gehänselt werden könnte, wären in der Schweiz auch nicht-weisse Menschen von dem Verbot betroffen. Und solche mit roten Haaren und natürlich auch all jene, die selber schon Brillenschlange gerufen wurden. Effizienter wäre es ohnehin nicht immer alle Hänseleien auf die „grausamen Kinder“ zu schieben, sondern zu hinterfragen, wo sie all die Grausamkeiten her haben. Vielleicht chatten die ja gar nicht den ganzen Tag über Tokyo Hotel sondern lesen heimlich Maja Ingolds Blog?

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4 Kommentare

Eingeordnet unter bildung, christentum, gender, gerechtigkeit, häusliches, medien

4 Antworten zu “Grausame Kinder und Fortpflanzungspolitik

  1. Ich begrüsse es, dass Homosexuelle heute nicht mehr diskriminiert werden. Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass das Adoptionsverbot eine Diskriminierung darstellt. Ich bin überzeugt, dass Kinder mit einer Mutter und einem Vater aufwachsen sollten, nicht mit zwei Müttern oder mit zwei Vätern. Die Gefahr des Hänselns ist das kleinste Problem, bezw. es ist nicht der springende Punkt. Aber die Anwesenheit von Mutter und Vater ist für die Entwicklung der Kinder wichtig und unersetzlich. Ich bin überhaupt nicht dafür, die fünfziger Jahre wieder einzuführen, wie das die SVP möchte. Aber der Idee der «Regenbogenfamilie» kann ich nichts Positives abgewinnen.

  2. Wer überzeugt ist, dass für Kinder die Anwesenheit von Vater und Mutter unersetzlich ist, wird von der Realität eines besseren belehrt und müsste sich so oder so gegen Scheidungen einsetzen und für ein Verbot von 100%-Stellen für (frischgewordene) Väter und Mütter.
    Wer sich aber gegen das Adoptionsrecht für eingetragene Paare einsetzt, verhindert schlicht nur, dass faktisch in Regenbogenfamilien lebende Kinder auch rechtlich mit beiden Eltern eine Eltern-Kind Beziehung haben können.

  3. Jonas

    Ich bin überzeugt, dass ein Kind mit drei Müttern und drei Vätern aufwachsen sollte. Das ist für die Entwicklung des Kindes wichtig und unersetzlich. Dabei sollten höchstens zwei Väter Linkshänder sein, mindestens eine Mutter eine Brille (oder Kontaktlinsen) tragen, je ein weiblicher und ein männlicher Elternteil regelmässig Sex miteinander haben, höchstens vier Sechstel der Eltern sollte bisexuell oder gar homosexuell veranlagt sein, mindestens zwei müssen dem christlichen Glauben angehören und einer oder eine sollte zwischendurch auch mal einen flachen Witz erzählen.

  4. Haral M.

    Jonas scheint ein Vertreter der polyamorinen Fraktion zu sein und den dekonstruktivistischen Gendergedanken absolut vertreten zu wollen – Respekt!!

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