Reporterin beim Schweizer Fernseh mit Kopftuch unterwegs?

Das könnte man jedenfalls meinen, wenn man die Schlagzeilen beim Tagi (SF setzt auf Muslim-Reporterin) oder bei 20 Minuten (SF-Reporterin Bouhouch mit Kopftuch im TV) liesst. Allerdings wird die Suppe nicht so heiss gegessen, wie gekocht, bzw. steht sie nicht so oft auf dem Speiseplan oder noch besser gesagt extrem selten:

Raschida Bouhouch, eine an der ETH Zürich promovierte Biologin schweizerisch-marokkanischer Herkunft, ist die erste muslimische Reporterin beim Schweizer Fernsehen. Konkret geht es um die Sendung «Bilder zum Feiertag», 4-minütige Kurzreportagen, die 6- bis 8-mal im Jahr ausgestrahlt werden, wie die Zeitung «Sonntag» berichtet. (Tagi)

Ich frage mich eher, warum es nur eine einzige muslimische Reporterin gibt beim Schweizer Fernsehen, die wenige male im Jahr für eine kürzest-Sendung vor die Kamera darf, wenn es doch laut SVP in der Schweiz soooo viele Muslime gibt.

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5 Kommentare

Eingeordnet unter bildung, gender, medien

5 Antworten zu “Reporterin beim Schweizer Fernseh mit Kopftuch unterwegs?

  1. Stephan B.

    Offenbar will jetzt auch eine linke Gruppe gegen SF klagen. Siehe hier http://www.20min.ch/news/schweiz/story/27761053

    Ich werde den Verdacht nicht los, dass es Andrea nur darum geht, gegen Muslime zu poltern.
    Wieso klagt man nicht gleich gegen die ganze Sendung?

    Ich finds nur noch zum weinen. In anderen europäsichen Ländern gibts Sendungen zum Islam in der Primetime, bei uns gibt es wegen 4 Minuten Kopftuch einen Aufstand von links bis rechts.

  2. cool, wenn diese andrea mit dieser klage durchkommt, werde ich in zukunft bei jeder sendung im sf genau hinschauen, ob irgendjemand ein kreuz an hat und das dann auch anklagen, von wegen religiösen symbolen.

    wie armselig muss das leben von menschen sein, die nicht anderes zu tun haben, als solche aktionen zu lancieren.

  3. Ja, es scheint tatsächlich so, dass sich Andrea Arezina nur profilieren möchte, auf Kosten einer Minderheit. Eckelhaft.
    Wenn religiöse Symbole derart stören würden, könnte sie sich ja gegen die rund 20 Gottesdienste (ca. 1 Stunde) wehren, die jedes Jahr vom SF übertragen werden. Wenn ich mich richtig erinnere, moderiert ja teilweise auch eine Nonne die Sternstunde Religion… und das Wort zum Sonntag ist ja auch nicht gerade laizistisch.
    Offenbar geht es aber nicht um Religion, sondern um mediengeiles Ausschlachten der Kopftuchfrage.

  4. Ein interessantes Statement habe ich bei Frau Rommelspacher gelesen: so lange es nur die Putzfrau oder die Fliessbandarbeiterinnen trugen, war das muslimische Kopftuch überhaupt kein Problem. Jetzt, wo es von Ärztinnen und Lehrerinnen getragen wird, ruft es heftigen Widerstand hervor.
    Dort, wo die Muslimas selbstbewusst ihren Platz in der Gesellschaft einfordern (und dadurch auch integriert sind), ist das Kopftuch plötzlich ein rotes Tuch…
    siehe: http://www.birgit-rommelspacher.de/pdfs/Emnazipaion_der_mulimischen_Frau.pdf

  5. super artikel, danke zeline!
    ich hätte lust, seitenweise aus dem artikel zu zitieren, belasse es aber bei diesem einen zitat:

    „Ausschlaggebend für die Bewertung dieser [europäischen] Emanzipation ist nun nicht mehr die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, sondern der Abstand zwischen „der“ westlichen und „der“ islamischen Frau.“

    das halte ich für eine der zentralen funktionen der ganzen islam-und-frauen-debatte…

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