Männer sind wilde Tiere

Auf dem Mama-Blog schreibt Nicole Althaus über – ja, eigentlich über ein ganz anderes Thema, als „Marcel“ dann in seinem Kommentar aufgreift:

Ich muss da ebenfalls in dieselbe Kerbe hauen, wie Henri: Die Art, wie sich Teenagermädchen heutzutage kleiden, ist mitunter ein (bewusstes? unbewusstes? naives? ganz gezieltes? ganz gezielt provokatives) Spiel mit unterschwellig erotischen Symbolen. Im Zug nahm unlängst ein etwa 17jähriges Mädchen in knallroten, hohen, hochhackigen Stiefeln, engsten schwarzen Jeans, einer feuerroten, engen Glanzlederjacke mit hochglanzverchromten Reissverschlüssen und Knöpfen platz. Mich interessieren Mädchen nicht die Bohne, um das klar zu stellen. Doch in diesem Falle sah sogar ich mich genötigt, hinzuschauen.Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier keine Absicht dahinter gesteckt hat. Nabokovs Lolita hat mir übrigens nicht gefallen.Eine Frage: Wenn die Mädchen nun plötzlich nackt durch die Strassen laufen würden- nur mal angenommen- und ein Junge würde……ja was wohl tun? Wie weit können Frauen und Mädchen gehen?

Von welchem Augenblick an fühle ich mich als Mann als Vollidiot, mit dem man zwar ganz gezielt sein Spielchen treibt, ihn aber für seine Reaktionen (in meinem Falle Blicke) verurteilt?

Auf die Frage, wie weit Frauen gehen dürfen mit den Entblössungen, antworten manche Menschen „nicht weiter als die Burka“. Andere, wie „Marcel“, finden die Limite sei bei hochhackigen Stiefeln und engen Jeans erreicht. Im Prinzip ist das allerdings nur ein gradueller Unterschied. Die Grundsätzliche Idee, dass sich Frauen nur durch eine bestimmte Art von Kleidung vor Männerlust schützen können und dies auch gefälligst tun sollen, bleibt gleich.

Männer sollen also zum Mond fliegen können, sind aber grundsätzlich nicht zivilisierter als die wilden Tiere. Eine reichlich absurde Weltsicht, nicht?

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5 Kommentare

Eingeordnet unter gender, gerechtigkeit, medien, politik, selbstkontrolle

5 Antworten zu “Männer sind wilde Tiere

  1. Tja, mit „Das-Fleisch-ist-schwach“-Entschuldigungen kann man eben wunderbar Verantwortung abschieben…

  2. Jonas

    „Von welchem Augenblick an fühle ich mich als Mann als Vollidiot, mit dem man zwar ganz gezielt sein Spielchen treibt, ihn aber für seine Reaktionen (in meinem Falle Blicke) verurteilt?“

    Wunderbar, diese Paranoia. Ich finde es gut, dass er sich fragt, ab wann er ein Vollidiot ist. So von wegen Selbsterkenntnis und Weg zur Besserung und so…

  3. Machen wir uns doch nichts vor, wir Männer sind diesbezüglich Idioten. Dazu macht uns die Verbindung aus tierischem Geschlechtstrieb und Schlüsselreiz. Vom Vollidioten unterscheiden wir uns (hoffentlich/meistens) nur dadurch, daß wir a) kontrollieren könn(t)en, wann wir den Idioten raushängen lassen (ganz unzweideutig) und b) Frauen nicht dafür verantwortlich machen, Idioten zu sein.

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