Reaktionen auf Minarett-Verbot

– ungläubiges Kopfschütteln aller im Wohnzimmer von Urs Lees WG.

– Bauchschmerzen. So ähnlich, wie wenn man Angst hat, dass etwas rauskommt, was man verbockt hat.

– Hyperaktivität auf Facebook. Ob es das schlechte Gewissen ist, im richtigen Leben nicht genug (oder, noch vernichtender: nichts relevantes) gemacht zu haben?

gruppengründungen auf facebook: http://de-de.facebook.com/group.php?gid=184054132297&ref=nf

Für Zürich sind zwei Anlässe angekündigt:

Minarettbauen ab 17.00 auf dem Helvetiaplatz, Zürich. Mitbringen: alles Verbaubare!

Mit Kerzen Zeichen setzen gegen Angstmacherei, Ausgrenzung und Intoleranz: 17h Pestalozziwiese, Zürich

NZZ: Ein Zeichen – keins von Selbstvertrauen

Amnesty International ist bestürzt über die Annahme der Anti-Minarett-Initiative.

Der Westen sägt hiermit [Annahme Initiative] an seinen eigenen Pfeilern. Die französische Revolution als Beginn der Demokratie in Europa folgte dem Wahlspruch: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit„. Spätestens jetzt ist klar, daß auch die moderne Gesellschaft zu Rückschrittlichkeit fähig ist. Willkommen in der Postmoderne. (feydbraybrook)

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8 Kommentare

Eingeordnet unter öffentlicher raum, bildung, gerechtigkeit, medien, politik, wissenschaft

8 Antworten zu “Reaktionen auf Minarett-Verbot

  1. feydbraybrook

    Gute Aktion. Ich hätte nicht gedacht, daß trotz der Umfragen nun dieses Ergebnis vorliegt.

    Aber letztendlich ist es nur die logische Folge der Angstmacherei der letzten Monate. Daß das angesichts der Medienvielfalt auf populistische Weise bei BILD oder web.de geschehen ist, ist zwar bedauerlich, war aber absehbar.

    Daß daran aber auch seriöse (wenn auch konservative) Medien (FAZ, Die ZEIT usw.) bis hin zu öffentlich-rechtlichen Medien beteiligt waren, ist aber die eigentliche Schande. Ein Udo Ulfkotte im SWR Nachtcafe – da muß man sich nicht mehr wundern.

    Mehr dazu:

    http://feydbraybrook.wordpress.com/2009/11/29/schweizer-referendum-nein-zu-minaretten/

  2. die vom zwischenbericht

    basel, 19 uhr, marktplatz

  3. mahnwache um 19.00 auf dem berner bundesplatz, kerzen mitbringen (via facebook)
    weiss jemand was von luzern??

  4. Ooops

    Damit reiht sich die Schweiz in diejenigen Länder ein, die religiöse Minderheiten per Gesetzgebung unterdrücken:

    Saudi-Arabien
    China
    Nordkorea
    Burma
    Deutschland ’33-’45
    Afghanistan
    Pakistan
    und neu dabei: Schweiz.

  5. Luzern: 20:30 – 23:30, beim Torbogen (heute)!

  6. faithful

    Niemand wird in der Schweiz in der Religionsfreiheit unterdrückt.
    Es ist gleich => Isalm , Katholiken… es steht nirgends geschrieben, dass es Kirchtürme oder Minarette geben muss um zu beten …

    Kein „normal“ gläubiger Moslem sagt, er benötigt ein Minarett um seinen glauben ausüben zu können.
    Auch eine Katholische Kirche braucht kein Kirchturm um glauben zu können.

    Dies alles geschieht im Herzen. Darum bin ich der Meinung, dass sogar alle „Zeichen, Symbole“ welche die Menschen als „fangruppe“ eines glaubens kennzeichnen verboten werden sollten…

    Glauben findet im Herzen statt, und nicht sdurch Symbole, welche in die Welt geragen werden, so wie es die Katholiken vor huindert Jahren getan hatte…

    Fazit: In der Schweiz dürfen alle Religionen ohne Kompromisse gelebt werden.. es braucht keine Symbole, weder von Christen, Moslems, Hindus, Budhisten…welche öffentlich preisgetragen werden…

    Als hört auf von diskriminierung zu reden.. ich denke wir haben andere, wichtige Probleme in diese Welt !!! Kommentar eines Menschen der an einen Gott glaubt, der keine Symbole benötigt !

  7. Jonas

    @ faithful
    Ich finde, Religion kommt ohne Gott aus. Deshalb sollte man per Initiative den Gottesglauben abschaffen. Das soll nicht geschehen, um Dir eins auszuwischen, sondern weil es einfach besser ist.

    Die Ursache für das Abstimmungsresultat liegt nicht in der Funktion von Minaretten, sondern in der vorherrschenden Islamophobie.

  8. @ faithful: dass du nach den ersten vier Absätzen auf dein Fazit kommst, ist – gelinde gesagt – abenteuerlich: wenn es genau so wenig Kirchtürme wie Minarette braucht, ist es doch Diskriminierung in ihrer reinster Form, wenn das eine verboten ist und das andere nicht.

    Eigentlich hätte unter deinen Überlegungen das Fazit stehen sollen, dass Jonas zieht: Die Ursache für das Abstimmungsresultat liegt nicht in der Funktion von Minaretten, sondern in der vorherrschenden Islamophobie.

    Durchaus einverstanden bin ich mit deiner Aussage, dass wir wichtigeres zu tun gehabt hätten, als über Minarette und Kirchtürme zu diskutieren. Aber die hohe Stimmbeteiligung zeigt, dass eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer lieber ihren (islamophoben) Senf zu unwichtigen Fragen gibt, als sich mit wichtigeren Problemen zu beschäftigen.

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