EINE UNI FÜR ALLE – auch in Luzern?

Am 17. November wird seit 1941 der internationale Tag der Studierenden begangen.* Normalerweise wird diesem Tag nicht viel Beachtung geschenkt. Ich kann mich an eine Stellwandausstellung vor ein paar Jahren im Luzerner Union erinnern, kaum jemand blieb stehen, um die Poster zu lesen.

Dieses Jahr ist aber alles ein bisschen anders. Die Studi-Proteste und Besetzungen von Unis (oder zumindest deren Aulas) in Österreich, Deutschland und der Schweiz liessen hoffen, dass der Tag in diesem Jahr bewusst für Aktionen genutzt wird. Denn Gründe für Proteste gibt es viele, mangelnde Chancengleichheit und belämmerte Leistungsnachweise seien nur als zwei Beispiele genannt. Und tatsächlich läuft heute an den Schweizer Unis was. An der Uni Basel ist die Aula sowieso seit bald einer Woche besetzt, in Bern läuft was (siehe bzw. höre Bericht von Cheyenne Mackay für Radio Rabe) und in Zürich wirbt die „Uni von Unten“ für eine Plenumssitzung. Besammlung ist um 15.45 vor dem Haupteingang des Uni-Hauptgebäudes. Die Aula zu besetzen wird den Zürchern (falls sie es denn vorhaben sollten) nicht so einfach gelingen, schliesslich ist sie abgeschlossen und wird von der Securitas bewacht. Die Uni ist im Moment zwar noch offen, wird aber ebenfalls von der Securitas bewacht. Mal sehen, was hier noch läuft.

Am meisten gespannt war ich natürlich, was an meiner Alma Mater laufen würde, der Uni Luzern. Eigentlich dachte ich: nichts. So jedenfalls hat es im Antwortmail der SOL getönt, nachdem ich letzte Woche mal nachgefragt habe, ob denn was geplant sei. Dann kam aber Hoffnung auf: in meine Mailbox flatterte heute ein Mail der SOL mit dem verheissungsvollen Titel SOL-EXTRABLATT. Allerdings wurde ich herb enttäuscht. Die SOL sucht bloss dringend Leute, die gratis für das Luzerner Kulturmagazin arbeiten wollen (für diese Aktion, die an sich noch spannend klingt, aber nichts mit Uni zu tun hat). Vom Studi-Tag keine Ahnung keine Spur.

Auch im ebenfalls heute versandten KuSo Newsletter, dem Sprachrohr meiner Fachschaft, suchte ich vergebens einen Hinweis auf eine selber-organisierte Aktion von Studis (abgesehen von der Besichtigung des CERN – oder ist das etwa doch was Subversives???). Der viel versprechende Titel „EINE UNI FÜR ALLE“ ist nur der Name einer Reihe, in deren Rahmen am Freitag eine Veranstaltung stattfindet. Thema ist die Zukunft der Luzerner Landwirtschaft, Prof. Dr. Roland Norer referiert unter dem Titel „Der Bauer im Paragraphendschungel?“.

* Das Datum wurde durch die internationale Union von Studierenden gewählt, in Erinnerung an die am 17. November 1939 nach Protesten gegen die Okkupation der Tschechoslowakei durch Nazi-Deutschland exekutierten Prager Studenten und Professoren.

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