Besoffene Deppen und tolerante Ausländer

Bein NZZonlineLesen bin ich über einen Blogpost von Kristina Bergmann gestolpert. Die NZZ Korrespondentin, die in Kairo lebt, schreibt über die Situation von Frauen in Ägypten. Grundsätzlich sollen diese immer unter Aufsicht eines Mannes leben, sei es jener des Vaters oder des Ehemannes. Ausnahmen gäbe es aber durchaus, etwa Witwen, Geschiedene und Unverheiratete. Sie selbst ist geschieden, da sie aber Ausländerin sei, werde ihr „anders-sein“ sowieso mehr toleriert.

Ausländer sind in den Augen der Ägypter <anders> und werden mit grösster Toleranz behandelt.

Seltsam, nicht? Die ägyptischen Muslime scheinen bei Ausländern mit „abweichendem Verhalten“ mit mehr Toleranz zu begegnen, gerade weil sie Ausländer sind. Bei uns hingegen in der aufgeklärten Schweiz ist es genau umgekehrt. Wobei Ausländer nicht einmal unbedingt vom „normalen Verhalten“ abweichen müssen, um für ihr Verhalten oder auch nur das blosse da-sein kritisiert zu werden.

Mit Interesse habe ich auch die IN GROSSBUCHSTABEN GESCHRIEBENEN 11 Kommentare von h. hatice unter dem dumm-dreisten Blogeintrag von SVP-Nesthäckchen  Lukas Reimann gelesen. Sie erzählt sehr viel, aber besonders hübsch war ihre Replik auf die Klage einer Frau, die findet, dass Muslime zu laut beten und sie damit stören:

ICH HÖRE FAST JEDE NACHT ALKOHOLISIERTE DEPPEN AUF DER STASSE BRÜLLEN.

Aus naheliegenden Gründen ist aber so bald keine Initiative gegen alkoholisierte Deppen von Seiten der SVP zu erwarten…

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2 Kommentare

Eingeordnet unter medien, politik

2 Antworten zu “Besoffene Deppen und tolerante Ausländer

  1. feydbraybrook

    Hallo,

    oh ja, ich kenn das, bzw. mein Bruder in Stuttgart. Er wurde eine Weile jeden Samstag nachts gegen 3 oder 4 Uhr durch die Türklingel wach. Unter dieser Devianz leiden ganz bestimmt mehr Deutsche als unter der neg. etikettierten Praxis des Islam – und wenns nur ein Kopftuch ist.

    Hab vor ca 2 Wochen übrigens einen Artikel im Spiegel zur SVP gelesen. Das mit der Volksabstimmung zu den Minaretten dürfte ein Eigentor werden, da ein negatives Ergebnis zu erwarten ist. Die Plakataktion ist dennoch ein erschreckendes Beispiel dafür, daß deren Aussagen trotz ihrer Dümmlichkeit funktionieren.

  2. Abgelehnt wird die Initiative schon, da mache ich mir eigentlich nicht so Sorgen, aber vermutlich so „knapp“, dass die SVP sich einen Sieg im Sinne von „wir haben ein Thema angesprochen, dass offenbar sehr vielen Menschen Sorgen macht“ daraus basteln können wird.
    Dazu reichen etwas mehr als 30% Zustimmung, und ich befürchte, es werden noch deutlich mehr sein.

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