Erster Schnee liegt auf den Bergen

Der Sommer ist irgendwie nahtlos in den Winter übergegangen, der nicht wie der Herbst bloss ein paar Socken und lange Ärmel, sondern Mantel und Schal verlangt. Im Abteil hinter mir unterhalten sich zwei Jusstudentinnen über Prüfungen, als wäre das Semester schon zu Ende. Und ich dichte vor mich hin, als ob Rilke mein grosses Vorbild wäre, und weiss nicht so recht, ob das nur etwas pathetisch oder schon pathologisch ist. Urs Lee findet, ich hinke der Dichterkunst etwa hundert Jahre hinterher.

Pilatus

Erster Schnee liegt auf den Bergen

Wind treibt Blätter gelb und rot

Kaum noch atmen Echsen, Schlangen

Bald ist alles Leben tot

Keine Spur noch von den Lichtern

Die das Weihnachtsfest wird bringen

Lange, stille, dunkle Nächte

Aufstehen ohne Vogelsingen

Zugersee

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter pendeln

Eine Antwort zu “Erster Schnee liegt auf den Bergen

  1. Jonas

    Sehr expressionistisch. Wusste gar nicht, dass die Zeit in den Schützengräben dich so geprägt hat. Nein, Quatsch, ich finde es schön und schreib’s grad ans Küchenfenster (auf Kosten des Bergdoktors).

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