Der Lüstling von Capri

Seit es das andere Blog nicht mehr gibt, hat es mich ständig in den Fingern gejuckt, einfach drauf los zu schreiben. Und jetzt, wo ich das neue Blog gebastelt habe, fällt es mir plötzlich schwer die richtigen Wörter zu finden. Die Wörter, um einfach mal anzufangen.

Frau R. hatte ich heute empfohlen, wild drauf los zu schreiben, alles mögliche, was ihr einfalle, irgendwie könne man das dann schon zu etwas vernünftigem zusammenkürzen. Aber jetzt fällt es mir so unheimlich schwer, einen Anfang zu finden. Sobald ein Anfang gemacht ist, kann man ja irgendwie anschliessen.

Ich könnte über Capri erzählen, über die Ruinen die da stehen und die Gefühle, die sie wecken. Diese seltsame Ehrfurcht vor Steinen, die nach zweitausend Jahren noch immer aufeinander stehen, die keine Villa mehr sind vielleicht, aber noch immer erahnen lassen, wie gross und prunkvoll das alles hier war einmal, und wie man sich vorzustellen versucht, dass die Leute da Lateinisch gesprochen haben. Wir hatten darüber diskutiert, ob der gute alte Tiberius seine Villa da wegen der schönen Aussicht gebaut hat oder weil er so seine Feinde rechtzeitig erspähen lassen konnte. Vielleicht war es ja beides.

Villa Jovis

Rekonstruktionsmodell der Villa Jovis im M. 1:100. Vogelperspektive von Südosten.

Urs Lee hat erzählt, dass sich Tiberius Buben hielt in der Villa, die ihm in den Termen unter Wasser zu dienen hatten, und dass er sie seine Fischlein nannte. Jedenfalls steht das bei Wikipedia, ich hab mir das grad auch noch selber angeschaut:

Die antiken Historiographen (Cassius Dio, Sueton und Tacitus) stellten den Kaiser in seinen letzten Lebensjahren als unansehnlichen, durch Hautgeschwüre entstellten Lustgreis dar, der sich auf Capri pädophilen und sadistischen Neigungen hingebe und die Öffentlichkeit scheue. Insbesondere der Kaiserbiograph Sueton charakterisierte Tiberius in dieser Hinsicht sehr ausführlich, bediente allerdings damit die Erwartung eines senatorischen Publikums im frühen 2. Jahrhundert. So soll Tiberius männliche Minderjährige in den kaiserlichen Thermalbecken zu homosexueller Unterwasser-Fellatio missbraucht und in diesem Zusammenhang seine „Fischlein“ genannt haben. Angeblich wurde auch der spätere Kaiser Vitellius von Tiberius hierzu sexuell missbraucht.

Tatsächlich hat es auch heute noch Lüstlinge auf Capri. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Eingeordnet unter freizeit, sex

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